The Golden Age of The Zeppelin Teil 6: Auf zum Nordpol! (1926 – 1928)

Der italienische General Nobile, der auch Luftschiff-Konstrukteur ist, will gemeinsam mit dem Norwegischen Polarforscher Amundsen in einem von ihm selbst gebauten Zeppelin ein ganz besonderes Gebiet erkunden: Die Arktis, eine der lebensfeindlichsten Regionen der Erde, die bislang völlig unerforscht ist. Zuvor hat Amundsen dieses Vorhaben zuerst mit einem Flugzeug, dann mit einem Flugboot unternommen, doch beide Male scheiterte die Forschungsmission kläglich. Jetzt will der Norweger es mit dem Luftschiff versuchen, von dem er sich sagen ließ, es wäre das einzige Fluggerät der Welt, das dazu imstande ist, sein Vorhaben in die Praxis umzusetzen: den Nordpol zu überqueren und in Alaska einzutreffen. Am 12. Mai 1926 bricht die Norge – Norwegen, getauft von Amundsen höchst persönlich – mit dem italienischen General, dem norwegischen Polarforscher, dem amerikanischen Finanzier Lincoln Ellsworth und 13 weiteren Männern an Bord zu ihrer über 1600 Kilometer langen Fahrt auf – 1600 km über völlig unbekanntes Gebiet, das noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Die Erkundungsfahrt über das eisige Areal erweist sich als eine wahre Höllenfahrt: Die klirrende Kälte lässt das Schiff beinahe zu einem Stahlblock gefrieren, die Motoren fallen aus und die Hülle platzt ständig auf. Diese Anforderungen zwingen die Männer dazu, pausenlos wach zu bleiben, was dazu führt, dass die 16-köpfige Mannschaft unter Übermüdung und Halluzinationen leidet. Zudem sind die Vorräte beinahe erschöpft und die Männer drohen auch noch zu erfrieren. Doch all diese Strapazen hindern die Besatzung nicht daran weiterzufahren, und so kämpft sich das Schiff gegen die harten Umweltbedingungen durch – bis sie nach 70 Stunden und 40 Minuten in Alaska eintrifft. Die Polarexpedition ist ein voller Erfolg und hat wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse geliefert.

Allerdings gestaltet sich der Triumph anders als erwartet: Der patriotisch gesinnte Nobile preist die Erkundungsfahrt als große Tat Italiens und heimst die Lorbeeren für sich selbst ein. Damit lässt er vor allem Amundsen außen vor, der die Leitung der Expedition innehatte. Während der italienische General in seinem Heimatland als Held gefeiert wird und von Mussolini einen Staatsempfang erhält, rechnet Amundsen in seinem Tagebuch mit dem „großschnäuzigen Mistkerl“ ab. Doch damit nicht genug: Umberto Nobile will noch weiter gehen, indem er als erster das Eismeer nördlich von Grönland überfahren will – diesmal will er die Expedition in seiner Prahlerei (und auch Naivität was seiner Person betrifft) nur mit Unterstützung seiner eigenen Landsleute und seinem eigenen Luftschiff „Italia“ durchführen. Doch die Reise, die nach erfolgreicher Überquerung mit dem Abwurf der italienischen Flagge gefeiert wird, verläuft auf dem Rückflug katastrophal, als das Luftschiff Gas verliert und auf die Eisfläche stürzt. Fast alle Männer der Expedition überleben zwar, doch es droht der schleichende Tod durch Erfrieren. SOS-Rufe werden gefunkt, doch es folgt keine Antwort. Während Nobile mit seiner Besatzung ums Überleben kämpft findet eine weltweite Suche nach den Verschollenen statt, woran sich viele Nationen mit Eisbrechern und Flugzeugen beteiligen. Unter ihnen ist auch Amundsen, der aller Feindschaft zum Trotz die Crew der Italia retten will. Die Rettungsaktionen laufen auf Hochtouren – und die Retter müssen sich beeilen, denn lange werden Nobile und seine Männer nicht durchhalten können….

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