The Golden Age of The Zeppelin Teil 2: „Zeppelin flieg, es ist Krieg!“ (1914 bis 1918)

Der große Krieg bricht aus – mit Folgen für den Grafen: Luftschiffe sollen von jetzt an nicht mehr Passagiere sondern Bomben über die Nordsee bringen, um dort die tödliche Fracht auf London niederregnen zu lassen. Treibende Kraft hinter der ersten strategischen Bombardierung der Geschichte ist Peter Strasser, ein junger, fähiger Kopf der kaiserlichen Marine. Er sieht in den Zeppelinen die ideale Angriffswaffe: Statt den Feind mühselig in Schlachtfeldern zu bekämpfen soll er mit gezielten Luftangriffen direkt ins Herz getroffen und so in die Knie gezwungen werden, moralisch wie auch militärisch. Zu dieser Zeit kann sich kein anderes Luftfahrzeug in Größe und Reichweite mit den Zeppelinen messen. Und die Engländer haben kaum Erfahrung mit Luftschiffen, schon gar nicht mit von Zeppelins Konstruktionen. Mit MGs bewaffnet und von Soldaten gesteuert brechen die riesigen deutschen Monster zu ihrer Feindfahrt auf: Ganze Geschwader greifen die englische Hauptstadt an, legen ganze Wohnviertel in Schutt und Asche und versetzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Doch Strassers Plan geht nicht wie erhofft auf, im Gegenteil: Das eigentliche Ziel, militärische Anlagen wie Chemiefabriken oder gar das Hauptkommando zu zerstören, gestaltet sich schwieriger als gedacht, schlechte Navigation und das widrige Klima Großbritanniens erschweren den Besatzungen die präzise Zielerfassung. Die britischen Zeitungen sind angefüllt von Schreckensberichten, „Babykiller“, „Murderer“ und „Flying Monsters“ werden sie genannt. Die britische Propaganda hat nun Gründe gefunden, die Deutschen als moralisch verwerfliche Menschenschlächter zu deskreditieren, was den Durchhaltewillen und damit auch den Nationalismus der Engländer stärkt. Trotz alledem setzt die Marine ihre Bombenattacken auf englischem Boden fort. Als sich nach zwei Jahren die Resultate allerdings nicht verbessern, zieht es Kaiser Wilhelm II ernsthaft in Erwägung, die Bombardements einzustellen. Doch zu gleicher Zeit verschlechtert sich die Kriegslage – sowohl an der Front als auch in der Heimat. Alle Hoffnung ruht nun auf den Luftschiffen. Die Engländer haben jedoch eine eigene Wunderwaffe parat: Brandmunition! Bisher haben sie den Bombern nichts anhaben können, jetzt glauben sie mit dieser Weiterentwicklung die Titanen der Lüfte vom Himmel holen zu können. Für die letzten zwei Jahre des Krieges entbrennt für die Luftschiffbesatzungen ein wahrer Kampf auf Leben und Tod in den Wolken. Der erste Luftkrieg der Geschichte erreicht seinen grausigen Höhepunkt – und ist blutiger als alles, was sich Science Fiction Autoren jener Zeit je hätten vorstellen können.

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