The Golden Age of The Zeppelin Teil 5: Die Tochter der Sterne (1923 bis 1925)

Shenandoah – dieser Name stammt von einem alten Indianerstamm und heißt übersetzt „Tochter der Sterne“. Und dies ist auch der Name des ersten Luftschiffs der USA: Die ZR-1. Was seine Befüllung betrifft, gibt es bei ihr eine weitere Besonderheit: Helium, ein reines Edelgas, das aus Erdöl gewonnen wurde – und das unbrennbar ist! Ein wahrer Fortschritt in der Geschichte der Zeppeline, wurde doch bisher das leichtentflammbare Wasserstoff als Traggas verwendet. Vier Jahre sind seit der berühmten, ruhmreichen Fahrt der britischen R 34 vergangen, bei der dieses Luftschiff als erstes seiner Art den Atlantik nonstop im Hin- und Rückflug überquerte. Seitdem sind auch die Amerikaner daran interessiert, eigene Luftschiffe zu besitzen – allen voran Captian Zacharoy Lansdowne, der als militärischer Beobachter an Bord des Atlantikluftschiffes tätig war. Er gehört zu den wenigen Offizieren der Navy, die auch Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt haben. Und er schrieb ein bahnbrechendes Betriebshandbuch für Zeppeline, das wegweisend für künftige Fahrten werden sollte. Lansdowne wird für die Männer der ZR-1 zu einem wahren Idol – vor allem für Charles Rosendahl, der als Landemastoffizier und Navigator dient und eines Tages selbst einmal das Kommando eines Luftschiffes übernehmen will.

Kaum hatte der friedvolle Riese seine Jungfernfahrt 1923 absolviert, bricht die Tochter der Sterne erstmalig in der Fliegereigeschichte zu einer Rundfahrt über die gesamten Vereinigten Staaten auf. Die Begeisterung der Bevölkerung ist mindestens genauso groß wie in Deutschland 20 Jahre zuvor. Auch der Präsident zeigt sich von der historischen Fahrt angetan und gibt den Männern einen unglaublichen Auftrag: Das Schiff soll als erstes Luftfahrzeug überhaupt den Nordpol überqueren. Die Männer fühlen sich geehrt, diese Aufgabe zu vollbringen, doch bevor es losgehen kann, wird die Shenandoah bei Probefahrten beschädigt. Und nicht nur das: Die Ausgaben für das Militär wurden durch die Isolationspolitik gewaltig heruntergeschraubt. Der Krieg hat die Amerikaner schockiert und sie dazu bewogen, sich von außenpolitischen Konflikten fernzuhalten. Dies hat auch Folgen für die Luftschifffahrt. Es sollte ein Jahr vergehen bis die schlanke Schönheit sich wieder in die Lüfte erhebt. Auch wenn die Nordpolexpedition mittlerweile abgesagt wurde, vollführt die Crew weitere begeisternde Fahrten, während zwischen Rosendahl und Lansdowne eine tiefe Freundschaft entsteht. Am 3. September 1925 führen sie erneut gemeinsam eine Amerikafahrt durch. Alles funktioniert einwandfrei – bis das Schiff über Ohio in einen schweren Sturm gerät. Ein Drama beginnt, das nicht nur das Ende der Shenandoah sondern auch das Ende einer wunderbaren Freundschaft sein wird…

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The Golden Age of The Zeppelin Teil 4: Ein „Segelschiff der Lüfte“ auf dem Weg zur neuen Welt (1917 bis 1919; 2. bis 6. Juli 1919)

Vor über 400 Jahren brach Christoph Kolumbus als erster Mensch zur neuen Welt auf und überquerte auf dem Seeweg den Atlantischen Ozean. Jetzt, im ausgehenden zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, ist das Reisen mit dem Schiff von Kontinent zu Kontinent zur Normalität geworden – zumindest auf dem Seeweg. Doch über den Luftweg hat noch kein Mensch den Atlantik überquert. Genau das will er ändern: Captain Maitland, ein erfahrener Marineflieger aus dem großen Krieg – und Luftschifffreund. Der berühmte Fallschirmspringer ist von diesen schwebenden Giganten so beeindruckt, dass er sie (in einem Anfall von Enthusiasmus) als „Segelschiffe der Lüfte“ bezeichnet. Und als der Krieg zur Ende ist, verfolgt Maitland ein ganz besonderes Ziel: Er will seinem großen Vorbild Kolumbus nacheifern und selbst nach New York und dann wieder zurück fahren – und zwar in der Luft, nonstop, ohne Zwischenlandung: „Mit dem Schiff zu Wasser überquert man den Ozean, doch mit dem Schiff der Lüfte überquert man die ganze Welt!“. Mithilfe der von den Deutschen erbeuteten Technologie bauen die Engländer die „R34“, einen Zeppelin der Superlative. Mit diesem will er das ehrgeizige Vorhaben in die Tat umsetzen.

Am 2. Juli 1919, 19 Jahre nachdem der Graf mit dem ersten Luftschiff abhob, bricht Maitland mit 29 weiteren Männern (und einem blinden Passagier) an Bord zur seiner lang ersehnten Reise auf. Die Geschehnisse des Abenteuers zeichnet er in einem Tagebuch auf. Doch so wie Kolumbus` Schiff gegen allerlei Gefahren des Ozeans wie hohe Wellen, Nebel und Eisberge ankämpfen musste, so muss sich Maitland´s Luftschiff gegen die Gefahren des LUFTozeans behaupten: Stürmischer Gegenwind, prasselnder Regen und kräftiger Hagel erschweren der Besatzung die lange Reise. Zu allem Überfluss geht auch noch der Treibstoff zur Neige, so dass die Männer Kochtöpfe und Einmachgläser benutzen müssen, um das Reserve Öl aus den Tanks in die Motorgondeln zu befördern. Trotz alledem bleibt Maitland weiterhin auf Kurs. Als der Zeppelin sich seinem Ziel nähert, kommt ein weiterer tobender Sturm auf, der die R34 in beängstigende Schräglagen versetzt und die Aluminiumträger knarren lässt wie die Planken eines alten Segelschiffs. Die Fahrt wird zum Alptraum. Das Segelschiff der Lüfte droht ins Meer zu stürzen – mitten im starken Orkan, wo eine Überlebenschance, wenn überhaupt vorhanden, nur sehr gering ist. Wird es der Crew von der R34 gelingen die Ostküste der USA zu erreichen? Oder werden sie unverhofft ins Meer stürzen? Das gefährlichste Abenteuer der Fliegerei erreicht seinen dramatischen Höhepunkt. Alle Hoffnung scheint verloren – bis eines Tages Land in Sicht ist….

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